FERNSEHFILMPREIS DER STUDIERENDEN
Studierende von Filmhochschulen aus Deutschland und der Schweiz vergeben an einen der für den Fernsehfilmpreis der DADK nominierten Produktionen den Fernsehfilmpreis der Studierenden.
Sie beteiligen sich an den öffentlichen Jurydiskussionen mit je einem bzw. einer Vertreter:in auf dem Podium an der öffentlichen Jurydiskussion der Jury des Fernsehfilmpreises der DADK. Der Fernsehfilmpreis der Studierenden wird bei der abschließenden Preisverleihung am letzten Festivaltag (05. Dezember 2025) bekanntgegeben und verliehen.
Jurybegründung: FILMPREIS DER STUDIERENDEN 2025 für DIE NICHTE DES POLIZISTEN (SWR/NDR)
Liebes Festivalteam, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe alle,
als wir zur Televisionale nach Weimar eingeladen wurden, wussten wir ehrlich gesagt nicht, was uns erwartete. Umso größer war unsere Freude – vor allem über die hohe Qualität der Filme, die uns hier gezeigt wurden. Vielen Dank für ein rundum gelungenes Festival, für starke Filme, für viele inspirierende Gespräche und für die Möglichkeit, als Teil der Jury unseren Themen und Perspektiven Gehör zu verschaffen.
Wir wissen, dass die Auseinandersetzung mit unseren Schwerpunkten für einige von Euch anstrengend war. Das ist sie für uns auch. Und trotzdem wollen und müssen wir diese Gespräche weiterführen. Weil diverse Besetzung, Repräsentation marginalisierter Gruppen und Geschlechterrollen kein Generationsproblem, sondern ein Thema ist, das uns alle angeht.
Wir haben Filme gesehen, die uns in Bezug auf diese Auseinandersetzung Mut gemacht haben. Und wir haben in den Diskussionen gemerkt, dass wir damit nicht allein sind.
Am Ende intensiver Gespräche haben wir uns für einen Film entschieden, der durch seine Komplexität besonders auf Drehbuchebene überzeugt. Ein Film, der uns nach 90 Minuten mit einem extremen Gefühl von Machtlosigkeit entlässt – dabei aber nie simpel urteilt, sondern seine Ambivalenz hält. Ein Film, der auf strukturelle Fragen schaut, statt sich nur auf individuelle Schuld zu konzentrieren. Ein Film, von dem wir gerade jetzt denken, dass er aktueller ist denn je. Und ein Film, von dem wir uns wünschen, dass ihn noch sehr viele Menschen sehen.
Ein Polizeifilm, der überrascht. Er hallt nach. Er gibt Einblick in die Strukturen der Polizei – er ist dabei kritisch, aber stellt nicht aus. Er ist empathisch, aber nicht naiv. Und genau diese Balance macht ihn so stark.
Im Zusammenhang mit unseren Themenschwerpunkten während der Diskussionen wollen wir dabei auch die Hauptfigur hervorheben: Ein Musterbeispiel für das Verzichten auf Rollenklischees und das Brechen von Stereotypen.
Neben Thema und Haltung hat uns der Film auch handwerklich überzeugt. Das Sounddesign und die Musik sind nicht Beiwerk – sie erzählen mit. Sie sind Zeitgeschichte und Kommentar. Gemeinsam mit dem hervorragenden Spiel aller Darstellenden und der starken Inszenierung wird so eine Atmosphäre geschaffen, die unter die Haut geht und noch lange nachwirkt.
Der Preis der Fernsehfilmjury der Studierenden geht an DIE NICHTE DES POLIZISTEN.
FERNSEHFILMJURY DER STUDIERENDEN 2025
Studierende der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), der Filmakademie Baden-Württemberg (FABW), der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, der Hamburg Media School (HMS), der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF), der Internationalen Filmhochschule Köln (ifs) und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK):
Djuna Delker (dffb) I Sophie Dieng (ifs) I Leif Eisenberg (FABW ) I Julia Fiechter () I Claudio Franke (HMS) I Ayşe Gül Var (dffb) I Veronika Hertlein (HMS) I Tobit Kochanek (FABW) I Maksymilian Kuchta (Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“) I Leah Meinhof (Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf) I Emin Mikayilov (ifs) I Inés Peyser-Kreis (HFF) I Arina Popa (ZHdK) I Thomas Rösing (HFF)