Film- und Serienfestival TeleVisionale vergibt in Weimar den Ehrenpreis der DADK 2025 an das Regie- und Drehbuchautor:innen-Team Heide und Christian Schwochow

Betrachtet man deutschsprachige Fernsehfilm- und Serienproduktionen, so richtet sich der Fokus auch auf eine Riege fantastischer Teams von Drehbuchautor:innen und Regisseur:innen, die in einer besonderen Symbiose arbeiten. Bei der diesjährigen TeleVisionale – Film- und Serienfestival Weimar (01. bis 05.12.2025) werden Heide Schwochow und ihr Sohn Christian Schwochow als kongeniales Team im Deutschen Film mit dem Ehrenpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (DADK) ausgezeichnet.

„Wenn es um beeindruckende Vielfalt und Qualität im fiktionalen Erzählen geht, fallen fast immer ihre Namen: Die Drehbuchautorin Heide Schwochow und der Showrunner und Regisseur Christian Schwochow beweisen seit Jahrzehnten Talent, Können, Mut und Neugierde. Dass es sich hierbei um Mutter und Sohn handelt, ist ein schöner Zufall der Natur, zeigt aber auch eindrucksvoll, wie Talent und Begabung generationsübergreifend lebendig sind. Sie arbeiten zusammen oder allein, national oder international und wagen sich an außergewöhnliche und große Themen, ob fürs Kino, für den Fernsehfilm, einen Mehrteiler oder eine Serie. In ihren gemeinsamen Filmen und Serien ist meist die deutsch-deutsche Geschichte Thema. Respektvoll im Umgang mit ihren Figuren, dramaturgisch versiert und genau im Detail – Heide und Christian Schwochow verstehen es, ihrem Publikum komplexe Stoffe auf faszinierende Art nahe zu bringen. Ihre Geschichten begeistern nicht nur deutschlandweit, sie geben Hoffnung, dass die ungebrochene, universelle Kraft visuellen Erzählens auch von Deutschland aus lebendig bleibt. Die beiden stehen damit in besonderer Weise für herausragende Qualität in Film und Fernsehen“, begründet Prof. Hans-Jürgen Drescher, Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, die Entscheidung der Jury des Ehrenpreises.

Heide Schwochow (geb. 1953 in Stralsund) ist eine der angesehensten Drehbuchautorinnen in Deutschland. Mehrfach wurde sie für ihre Arbeit ausgezeichnet, u.a. mit zwei Grimme-Preisen, zum Beispiel für den Fernseh-Zweiteiler LANDGERICHT, den Matthias Glasner inszenierte. Sie studierte Pädagogik in Leipzig, Regie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin und war als Autorin beim Rundfunk der DDR tätig, bevor sie Journalistik in Hannover studierte. Als freie Journalistin, Autorin und Regisseurin hat sie für Hörfunk, Print, Theater, Fernsehen und Kino gearbeitet. Sie ist als Lehrbeauftragte an der DFFB Berlin, an der Filmuniversität Babelsberg und an der Hamburger Media School tätig. Heide Schwochow ist Mitglied der Deutschen Filmakademie – seit 2016 im Geschäftsführenden Vorstand. Ihr Debüt als Drehbuchautorin hatte sie 2006 in dem von ihrem Sohn Christian Schwochow inszenierten Kinderfilm MARTA UND DER FLIEGENDE GROSSVATER. Seitdem arbeitet sie immer wieder eng mit ihm zusammen. Auch die Drehbücher zu NOVEMBERKIND und DIE UNSICHTBARE schrieb sie gemeinsam mit ihm.

Christian Schwochow (geb. 1978 in Bergen auf Rügen) schloss die Ausbildung zum Filmregisseur an der Filmakademie Baden-Württemberg mit seinem Langfilmdebüt NOVEMBERKIND (2007) ab. Das Drehbuch dafür entstand zusammen mit seiner Mutter Heide Schwochow. Es folgten zahlreiche gemeinsame Regiearbeiten, u.a. für Kinoproduktionen, für die Heide Schwochow auch die Drehbücher (mit)verfasste, wie DIE UNSICHTBARE (2011, Drehbuch: Heide und Christian Schwochow), WESTEN (2013, Drehbuch: Heide Schwochow, basierend auf Julia Francks Roman „Lagerfeuer“) und die Verfilmung des literarischen Klassikers DEUTSCHSTUNDE (2018, Drehbuch: Heide Schwochow) von Siegfried Lenz.
Sein Fernsehdebüt gab Christian Schwochow mit dem Zweiteiler von Uwe Tellkamps Bestseller DER TURM (2012), der u.a. mit dem Grimme-Preis und dem Bambi Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Sein Fernsehfilm BORNHOLMER STRASSE (2014, Drehbuch: Heide und Rainer Schwochow) erzählt die Geschichte des Offiziers, der die Mauer öffnete. Die TV-Produktion erhielt u.a. den Bambi als „TV-Ereignis des Jahres“. Für großes Aufsehen sorgte sein Fernsehfilm HEUTE IST NICHT ALLE TAGE (2016), der erste Teil der NSU-Trilogie MITTEN IN DEUTSCHLAND. Der Film wurde u.a. mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Grimme-Preis und dem Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie derDarstellenden Künste ausgezeichnet.
Dem deutschen TV- und Streaming-Publikum ist Christian Schwochow vor allem auch bekannt als Macher der hochgelobten und vielfach prämierten Serie BAD BANKS. Für Netflix realisierte er 2018, 2022 und 2023 zahlreiche Episoden der weltweit ausgestrahlten Kultserie THE CROWN, die insgesamt mehr als 60 Preise erhielt. Aktuell inszeniert er in Australien die Apple TV+ Serie THE DISPATCHER, für die er auch als Executive Producer fungiert. Christian Schwochow ist Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie sowie der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

„Heide und Christian Schwochow haben als Team gemeinsam außergewöhnliche Werke für Fernsehen und Streaming geschaffen. Ich freue mich auf ihren Festivalbesuch in Weimar und auf den Black Box Talk am 5. Dezember um 14.30 Uhr mit den beiden", erklärt Urs Spörri, Festivalleiter der TeleVisionale.

Der Ehrenpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zeichnet herausragende Leistungen im Bereich Fernsehfilm und Streaming aus. 2022 wurde der Preis an die Schauspielerin Aylin Tezel, 2023 an das Schreibkombinat Kurt Klinke, 2024 an die Redaktionen SWR – Debüt im Dritten und ZDF – Das kleine Fernsehspiel vergeben.
Der Jury des diesjährigen Ehrenpreises der TeleVisionale gehörten Prof. Hans-Jürgen Drescher (Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste), Caroline von Senden (Leiterin ZDF-Redaktion Fernsehspiel und Vizepräsidentin der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste), Prof. Bettina Reitz (ehem. Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film München), Volker Bergmeister (Filmkritiker) und Urs Spörri (Festivalleiter TeleVisionale) an.

Die Verleihung des Ehrenpreises wird am 5. Dezember im Deutschen Nationaltheater Weimar zum Abschluss der TeleVisionale stattfinden. Am gleichen Abend erfolgt auch die Vergabe der Preise in den Kategorien FERNSEHFILMPREIS 2025, 3satPUBLIKUMSPREIS 2025, DEUTSCHER SERIENPREIS 2025, MDM DEBÜTPREIS 2025 und MDM FILMGEWERKEPREIS 2025. Am Mittag des gleichen Tages werden zudem der JUGENDFERNSEHFILMPREIS 2025 und der KINDERSERIENPREIS 2025 verliehen. Die Bekanntgabe der Nominierten aller Kategorien erfolgt Ende September 2025.

Das detaillierte Programm der TeleVisionale, die vom 1. bis 5.12.2025 stattfindet, wird Ende Oktober bekanntgegeben. Bei der Erstausgabe in Weimar präsentiert sich das Festival mit einem starken Fokus auf Mitteldeutschland. So legen die festivalbegleitenden Branchentage einen besonderen Schwerpunkt auf die Präsenz und Sichtbarkeit von mitteldeutschen Filmschaffenden sowie auf die Filmbranche Mitteldeutschlands.
Auch bei der TeleVisionale 2025 steht der Qualitätsdiskurs im Mittelpunkt. Bundesweit einmalig bleiben die öffentlich geführten Jurydiskussionen in Anwesenheit von Publikum und Filmteams. Die führenden deutschen Branchenverbände aus TV und Streaming präsentieren in Weimar hochkarätige Panels, medienpolitische Diskussionen und Showcases.
Der Besuch des Festivals in Weimars ist kostenfrei.

Die TeleVisionale gilt als das wichtigste Festival und führender Branchentreff für Fernsehfilme und Serien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Erwartet werden in Weimar Anfang Dezember neben Vertreter:innen der Fernsehanstalten und Streamingdienste zahlreiche Film- und Fernsehschaffende, Regisseur:innen, Produzent:innen, Autor:innen und Schauspieler:innen. Die Publikums- und Fachveranstaltungen der TeleVisionale bieten einen wichtigen Treffpunkt zur Vernetzung für Filmbegeisterte und Fernsehschaffende. Zudem werden prominente Gäste sowie eine Serien- und Fernsehfilm-Jury mit Größen aus Schauspiel, Kultur und Medien erwartet.
Krönender Abschluss der TeleVisionale wird die Preisverleihung am 5. Dezember 2025 im Deutschen Nationaltheater mit Gästen aus Film, Funk, TV und Politik sein.
Tickets gibt es bereits hier.